22 - 06 - 2018

Bild: 200 x 160, Öl auf Leinwand

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carillon nocturne


in den kühlhäusern, in denen wir leben
glotzt bella block aus der kiste. kotzgrün
im gesicht, sendet sie sätze (aus einer
schrankwand, nordische fichte, vielleicht ikea)
die gehen wie "und was soll mir das sagen?"
oder so ähnlich oder was weiß ich wie —

und sie schaut an uns vorbei auf diese
armseligen haufen verschwitzter kleider
derer wir uns entledigten in niederer ecke
bewußt achtlos, mit dolosestem vorsatz, um
ja diesem schweigen der wände nur schändlich
genug gestalt zu verleihen, die doch niemand sehn will —

"glauben sie das eigentlich selbst?", "wovor
laufen sie weg?", "können sie das wieder~
holen?", "haben sie etwa angst?", "und
was soll mir das sagen?", "ja und was nun?"
und das display deines telefons zeigt
nichts
als die zeit, dein bildschirm keine neue nachricht —

in den kühlhäusern
in denen wir leben
an den entferntesten enden der welt
überfällt uns die kälte, die herrscht
in unseren räumen stets neu
und das grüne rauschen der glotze.

um zwölf erlischt draußen das licht —
und im kühlhaus, sobald die tür zufällt...

bella block fragt "wovor laufen sie weg?"
und jeder bezieht
das leere
im bett neben sich.