20 - 02 - 2018

drei farben RAL. poem

Reinhard Rakow
drei farben RAL. poem
Cover unter Verwendung eines Gemäldes von Reinhard Rakow
(Öl auif Holz, 160 x 90, ohne Titel)
Geest-Verlag 2014
ISBN 978-3-86685-469-7
ca. 140 S., 11 Euro

"drei farben RAL", ein "Poem auf das Leben", spannt den Bogen von der Entstehung des Lebens über die Geschichte der Menschheit, über das Werden und Vergehen, bis hin zu dem, was (vielleicht) alles zusammenhält, ein fließender, durch und durch poetischer Text, dessen Bilder, Andeutungen und Verweise auf Biologie und Physik, auf Geschichte und Ideengeschichte sowie, eingebunden in diese, Denken und Empfinden des lyrischen Ichs, sich im Verfahren des stream of consciousness gleichsam organisch entwickeln, Referenzen an Joyce und andere inklusive. Schon das ist An- wie Aufregung genug für einen Lyrikband. Was "drei farben" aber wirklich heraushebt aus dem Gros zeitgenössischer Lyrik, ist Rakows Umgang mit der Sprache. Strenge Metren stehen neben freien Rhythmen, ein langer Atem weiß zu be- und zu entschleunigen, der Klang einzelner Silben reiht sich zu Wortmusiken, die sich fallweise kreuzen mit elegischen, dramatischen,  zärtlichen Linieaturen. Der  Leser setzt sich einem poetischen Abenteuer aus, lehr- und genussreich zugleich.

"drei farben RAL" entstand in den Jahren 2000/ 2001. Nach „lhasa es pocht scharlachrot" (2001) ist es die zweite Lyrikveröffentlichung Rakows. "drei farben RAL" enthält drei Langgedichte ("am anfang war das rot", gelb, grün), deren Wortanzahl jeweils mindestens dem Zahlenwert des RAL-Codes für die betreffende Farbe entspricht. Unter den rund tausend -- weitgehend unveröffentlichten -- Gedichten, die Rakow bisher verfasst hat, nimmt das Werk damit eine Ausnahmestellung ein.