19 - 07 - 2018

8. Februar 2017

Reinhard Rakow
zu jenen stunden

zu jenen stunden kämpften die krähen um ihre nester.
knarz scholl von wolkenkratzenden föhren efeuerwürgt
aus kraut- und rübenasthaufen, die im dunkeldunst stoben
schwächlicher wurden, leiser zuletzt, wie winzklein die wald
arbeiter, ihre gebelferten befehle,  ihre motorsägen, der krach
der traktoren, die den nachbarbaum an den haaren nahmen
die ihn verschleppten, dem ausgang der waldung entgegen.

vom dorf das rauschen verlangsamt, zum menetekel geronnen
gewöhnlich mediokren miefs, voll von cola chips couchfeder
geächze unter den lasten entlarvter fernsehclaqeure, die nach
richtenbrocken sämig verrühren, wie nett! erst glühwürmchen
scheint eines weißbläulich, dann zwei, drei, viele, dann glühen
die fensterpunkte, bevor endlich der lichtschmutz unterhand
nahm im waberkampf gegen schwarzblau zu klappen fallende lider.

zu jenen stunden wollte ich krähe sein. krähe, die schlafstatt
gefunden, kater auch, zum o gerollt, den geklauten schlafsack
zum obdach, zur kuschelhöhle das weiße linnen der abdeckerei,
wollt ich dem schlaf, diesem schändlichen schuft, schnippchen
schlagen zuhauf zu jenen betäubenden stunden.
doch wo ich herkomme, war schlafen verdächtig.
doch wo ich herkomme, wurd kurz nur geruht.

morgen ist auch noch ein tag, einst meinte die mutter