19 - 07 - 2018

6. März 2017

Reinhard Rakow
ob der wind


kaum ist das licht angeschaltet

im treppenhaus wischt ein dunkel
um die ecke ein rattenschwanz
vielleicht oder ein aufgegangener schnürsenkel
eines unbekannten feindes. in der tiefe
des raumes hängt motorenöl
gelöst in mechanikerduft.
zwei schritte weiter nach oben ein fremdes
schaben beiläufig
flüchtig gerade
laut genug die fleischantennen am kopf
jäh aufzurichten die poren
zusammenzuziehen den puls rasen den schweiß
erkalten zu lassen. ob der wind?

beruhige dich. vor-
sich-
tig
den schlüs-
sel umgedreht den
flur erhellt gesichtet geprüft
zimmer für zimmer wer
hat da geatmet? du selbst

liegst nun in stillem bett das gesicht
zur wand mit geschlossenen augen
besser zu erkennen wann

es ungemütlich wird —

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