19 - 07 - 2018

15. März 2017

Reinhard Rakow
störfall


irgendwann den faden verloren den faden der handlung das heft des handelns aus der hand gegeben irgendwann all diese geschichten ohne anfang ohne ende irgendwie ohne belang aussage verheddert unpräzise voll offen worum es eigentlich geht wie in zeitlupe gefroren unerhört nicht zu sagen erstarrt in zeitlupe verschwiegen

präsedenzfälle irgendwo preisgegeben irgendwann irgendwem im verborgnen mit den klauen erfaßt irgendwie unzufrieden das quengeln nein so nicht verraten haare gespalten rabulistischer hintersinn querfeldein verwaschen irgendwie muckefuck und schlechtes gewissen hermetisch die angst geheuchelt gehetzt halbseiden verraten die angst ihre gründe die gründe wer will sie in fällen halbseiden der schweiß auf der stirn irgendwo das wort keuchen hört hört das keuchen preisgegeben die gründe hört hört wozu hört ihr mich

die nächte durchwacht im verborgenen ohne ende bevor daß nicht der faden gefunden verzweifelt die suche den anfang kaum zu glauben von neuem verheddert verstrickung die suche zu finden die angst zu finden verzweifelt der flieder irgendwie blau im blauen faden der flieder die stimmen der träume die nacht und ihr schweigen gehetzt hetztes schweigen verheimlicht mikroben der knoten verworren ohn anfang das echo hört nicht knotenpunkte der nacht niemals gelitten labyrinth nie erlöst labyrinth nie erhört

hört ihr mich hört ihr mich hört ihr mich hört ihr mich

die angst nacht zusammengeballte massen klumpen knochen köpfe zusammengeballt irgendwo immer mehr lasten schollen rotbraune schollen nie mehr zu hören nie mehr zu sehen bedeckt ohne anfang voll offen geschlossen bedrückend den schall bedrückend verschluckende stille worüber erfroren endlose nächte unter den massen klein wälzen verknotet niedergeknüppelt irgendwann flach am boden den faden verloren das heft des handelns ohn macht wie von ferne eine hand wie von ferne durch die klumpen wie in zeitlupe immer mehr immer mehr lasten irgendwie seitwärts doch türlos ohne ausweg verstrickt nicht zu hören wer hört

hagebutten gebräuchlich das gefühl sich selbst zu schänden die scham

unegal ohne bedeutung vorüber schwebend perpendikel das ticken verschluckt in den gängen unter den klumpen nächtlicher stunden voll maden

irgendwo kriechend unzählig verworren bedeckt mich flach am boden myriaden die massen kleiner maden die hand weicht zurück irgendwann diese nächte heimlich durchlitten irgendwie niemand hört irgendwann diese nacht labyrinth nie erlöst

noch fragen keine weiteren klumpen knochen köpfe ungehört verhallt kleine enge klumpen weitere im halse stecken geblieben massenhaft weitere keine weiteren fragen irgendwann frag mich bloß nicht bloß nie gespinstlose suche ohne ende noch fragen keine worte mehr weggerissen den faden gequält ohne ende wer hört

kondensat unpräzise das ticken die tropfen verschluckend der strom alle ängste die gänge zu hören verschlucken das echo den faden die klumpen den kopf

hört ihr mich.