28 - 05 - 2018

Kirkeby

Emden, PK. Vieles, was Ohlsen ausgegraben hat, ist das Hängen kaum wert, es sei denn zum Illustrieren von Ks Arbeitsweise. Große Formate fehlen völlig. Ohne Titel Läesö ist mit 240 x 300 noch das größte, ein schwaches Remake von Winter 300 x 400. Die Knaller fehlen. Die kleineren Formate 100 x 80 und 120 - 160 x 200 sind ganz nett, aber ihretwegen hätte ich mich 98 nicht in PK verliebt. Überhaupt sind mir die älteren Arbeiten (Gryn Frühling, Nach dem Sturm und Vibeke) lieber, die neuen sind viel weniger aufgeregt und viel weniger aufregend. Jedenfalls ist die Ausstellung ein weiterer Beleg für die These, dass Erfolg im Schöne-Künste-Laden nichts, aber auch überhaupt NICHTS mit Qualität zu tun hat, sondern allein mit Vermarkte. Eigentlich müßten Kirkebys Schriften größer rauskommen als viele seiner Gemälde. Aber das interessiert einen Michael Werner ja nicht. — 98 in Aarhus: Ich war wie erschlagen von den großen Ks, stand im Museum und wusste: Das isses! Das bist du! S. sagte, was hast du, ist doch nur braune Farbe. Sagte nichts, wußte, es wäre sinnlos. Kurz davor der Anfang vom Ende, malte  Bauhölzer vom nächsten Supermarkt an, "Schlucht", "Heidi", "Massiv", das "Lhasa"-Umschlagsbild.

Kirkeby hat mich damals unsäglich aufgeregt und durchgerührt, seine Bilder verstanden mich. Wild, schmerzreich, ungezügelt, düster und ab und an zwischendurch ungehemmt ein Juchzer: raus lassen, laufen lassen. Man sucht immer den, der einen versteht, aber es kann immer nur  teilweise gelingen, wenn man Glück hat, ist die Überlappung ein bißchen größer, doch wenn man Pech hat, läufts wie bei Schubert und man stellt fest, dass man nie aufeinander zugeht, geschweige denn sich wirklich trifft, sondern bestenfalls nebeneinander her.